Winterkatastrophe in der Mongolei 2009-2010
Die nächtlichen Tiefsttemperaturen sanken diesen Winter in der Mongolei auf deutlich unter 50°C. Tageshöchsttemperaturen kamen bisweilen nicht über -35°C hinaus. Vor allem die ländliche Bevölkerung hat unter der Kältewelle zu leiden.
Das Wetter hat unter den Herden der Viehzüchter verheerende GOlgen. Etwa 2 Millionen Nutztiere sind nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO diesen Winter bereits verendet. Für die meist nomadisch lebende Bevölkerung ist dies eine Katastrophe. Staatliche Hilfsmaßnahmen erreichten die Menschen aufgrund der großen Entfernung nicht, hieß es.
Quelle: Radio Vatikan
Winterliche Reisen durch die Mongolei sind also immer noch ein richtig großes Abenteuer.
Tags: Katastrophe, Mongolei, Nomaden, Viehzüchter, Winter
Am 24. Februar 2010 um 23:54 Uhr
Kann man keine Ställe bauen ?
Am 27. Februar 2010 um 01:23 Uhr
Man baut Ställe, Unterstände, Korrals, Windschutz oder wie man das sonst nennen mag. Doch das reicht für das viele Vieh nicht aus. Die Tiere müssen außerdem auch im Winter selbst nach Futter suchen und sind deshalb über weite Gebiete verstreut und man kann sie nicht anbinden oder einsperren; sonst könnten sie kein Futter mehr suchen. Schwerwiegender als die Kälte ist wohl der Hunger der Tiere. Nur die Tiere, die selbst Nahrungslieferanten sind sowie besonders schutzbedürftige Tiere (junge, schwache…) hält man in der unmittelbaren Nähe des Winterlagers. Eine höhere Tierkonzentration würde zwangsläufig zu Überweidung und noch größeren Hungerkatastrophen für Tier und folglich auch Mensch führen. Die Nomaden wissen sehr genau, wie sie wirtschaften. Sie haben 2 bis 3 Tausend Jahre Erfahrung in dieser äußerst erfolgreichen und angepassten Wirtschafts- und Lebensweise. Wegen der immer wieder vorkommenden “Winterkatastrophen” bauen die Viehzüchter in guten Jahren möglichst große Herden auf. So überleben normalerweise immer genug Tiere, um den Unterhalt der Familie sicher zu stellen.