Tuyas Hochzeit

Tuays Hochzeit - FilmplakatOriginaltitel: Tu ya de hun shi
Regie: Wang Quan’an
Land: Volksrepublik China 2006
Dauer: 96 Minuten
Darsteller: YU Nan, Bater, Baolier, Senge

Zusammenfassung

Tuya ist die schöne und standhafte Ehefrau von Bater, einem Hirten, der beide Beine verlor, als er auf der Suche nach Wasser in den weiten Steppen der Inneren Mongolei unterwegs war. So muss Tuya nun allein für Bater und ihre zwei Kinder sorgen.

Die harte Arbeit setzt ihr merklich zu, bis sie eines Tages krank wird. Angesichts der ernsten Lage beschließt das Paar, sich scheiden zu lassen, damit Tuya jemanden suchen kann, der ihr hilft, die Familie zu versorgen. Die Anwärter sind zahlreich, doch keiner möchte sich um Bater kümmern, so wie Tuya es fordert.

Auf ihrer Suche nach einem neuen Ehemann begegnet die selbstbewusste Tuya beim Schafe Hütenund sturköpfige, aber ebenso sanfte und sensible Tuya Freiern, die reich aber unehrlich, liebenswert aber schüchtern sind… Schließlich trifft sie ihre Wahl und ihr neuer Mann lässt Bater in ein Pflegeheim in die Stadt überweisen. Doch Bater verzweifelt immer mehr an seiner Sehnsucht nach Tuya und den Kindern und zwingt Tuya abermals zum Handeln…

Der Film Tuyas Hochzeit und die Innere Mongolei

Gedreht wurde der Film hauptsächlich in einem Weidegebiet der Inneren Mongolei in einer der letzten Hirtenfamilien, die ihr dortiges Tuya auf KamelHeimatgebiet noch nicht verlassen haben. Neben der Hauptdarstellerin YU Nan wurden die meisten Rollen von lokalen mongolischen Hirten gespielt.

Als die Dreharbeiten zu Ende gingen, waren die Jurten und Einwohner der Gegend nicht mehr zu sehen. Sie sind nicht mehr die stolzen mongolischen Reiter früherer Zeiten, sondern Bauern in den Vorstädten oder fliegende Händler in den Stadtzentren.

Die Innere Mongolei ist ein Autonomes Gebiet im Norden der Volksrepublik China undTuya und ein Heiratskandidat macht ca. 12% des Landes aus. Von den 49 Minderheiten, die in diesem weitläufigen Land leben, stellen die Mongolen die größte ethnische Gruppe, die Han-Chinesen freilich nicht mitgezählt.

Die Besetzung der Filmrollen spiegelt das “echte Leben” in der Inneren Mongolei wider: Die Mongolen spielen im eigenen Stammland als eine Minderheit unter vielen nur noch die Nebenrolle. Rücksichtslose Industrie- und Kulturpolitik der chinesischen Zentralregierung drängen die Mongolen im eigenen Land an den Rand der Gesellschaft. Tuya beim KochenDer kulturelle Genozid geht leise aber zügig voran – weniger spektakulär als in Tibet, aber deswegen nicht weniger bedrückend.

Regisseur, Kamera und Hauptdarsteller des Films sind keine Mongolen. Die Originalsprache des Films ist Mandarin und nicht Mongolisch. Traurig.

Bei aller Kritik und bei allem politischen Unbehagen über die Umstände der Entstehung des Films – Tuyas Hochzeit ist absolut sehenswert.

Offizielle Homepage des Films: www.tuyashochzeit.de
Mehr Infos auf der Homepage des Verleihers: www.arsenalfilm.de

Tags: , , , , , , , , , , ,

3 Reaktionen zu “Tuyas Hochzeit”

  1. steppenreiter

    Werd ich mir anschauen. Danke für die kritische aber wohlollende Besprechung.

  2. matze

    Die Hauptdarstellerin ist zwar tatsächlich keine Mongolin, Baatar und Senge sind aber definitiv mongolische Namen.

  3. Daniel

    Da hast du allerdings Recht, Matze. Ein bissl Beigeschmack bleibt trotzdem.

Einen Kommentar schreiben