Mongolian Ping Pong – Spielfilm
Genre: SpielfilmSynopsis
In der mongolischen Steppe findet der Nomadenjunge Bilgee eines Tages ein kleines rundes weißes Ding. Zunächst ahnungslos, wozu das geheimnisvolle Fundobjekt nützlich sein kann…
Beim Spielen findet der kleine mongolische Junge Bilgee ein wundersames, ihm unbekanntes, vollkommen rundes, weißes und leichtes Ding: ein Tischtennisball gehört nicht zu seinem Erfahrungsschatz. Er nimmt seinen Fund an sich und sucht den weisen Rat der Alten auf, um hinter das Geheimnis des ungewöhnlichen Gegenstandes zu kommen. Seine Großmutter erzählt ihm, es sei eine glühende Perle, die vom Himmel gefallen sei. Mit seinen Freunden Dawaa und Geliban wartet Bilgee die ganze Nacht vergeblich auf das geheimnisvolle Leuchten. Allmählich lernen sie alles über das geheimnisvolle Ding – seine Größe, Gewicht, Konsistenz und Klang, nur wofür es da ist, was man mit ihm macht, bleibt ihnen verschlossen.
Als einige Tage später in ihrem Dorf der erste Fernseher angeschlossen und eingestellt werden soll, jedoch kein Bild, sondern nur Ton liefert, erkennt Bilgee den vertrauten Klang seines geheimnisvollen Schatzes, das Geräusch eines Tischtennisspiels. Dabei weist der Reporter stolz daraufhin, dass der Tischtennisball der Nationalball Chinas sei. Daraufhin ist Bilgee fest davon überzeugt, es handle sich um einen Staatsschatz und beschließt, seinen Fund der Nation zurückzugeben. So beginnt für ihn und seine zwei Freunde eine ungeahnte Abenteuerreise: Das Trio macht sich per Pferd und Moped auf den Weg, um den Nationalball Chinas an seinen Bestimmungsort zurückzubringen. Ihr Ziel Pekings goldener Hügel.
Mit seinem Spielfilmerstling “Mongolian Ping Pong” wurde Ning Hao zum Geheimtipp auf der Berlinale 2005. Publikum und Kritik liebten den Film gleichermaßen, die diversen Jurys hatten jedoch keinen Preis übrig. Dafür wurde Ning Hao auf dem Internationalen Filmfestival von Shanghai als “neues Talent Asiens” ausgezeichnet, in Marrakesch nominierte man den Film immerhin für den “Golden Star”, in Valladolid für den “Golden Spike”. Inzwischen hat Ning Hao sein Talent mit dem preisgekrönten Gangsterdrama “Crazy Stone” (2006), das leider keinen deutschen Verleih gefunden hat, mehr als bestätigt.
Quelle: Bayerischer Rundfunk
Tags: Film und Theater, Mongolian, Ping Pong
Am 4. Juni 2008 um 22:28 Uhr
Ich hatte mich so auf den Film gefreut, wurde dann aber so enttäuscht. Mir hat “Mongolian Ping Pong” überhaupt nicht gefallen. Ich fand die Story dünn, die schauspielerischen Leistungen schwach und die Synchronisierung unter aller Kanone.
Das Schlimmste finde ich allerdings ist, dass dieser von Chinesen für Chinesen und andere Nichtmongolen gemachte Film in der Hauptsache chinesische Vorurteile über Mongolen wiederzugeben scheint: Die mongolischen Viehzüchter seien dumm, roh, versoffen usw. Unter dem Strich ist der Film eine echte Frechheit. Merkwürdig, dass so ein Machwerk beim deutschen Publikum so gut ankommt.
Ähnliche Kritik muss man an “Urga” üben, der ebenfalls in der inneren Mongolei spielt. “Urga” ist aber im Vergleich hundertmal sympathischer, obwohl er auch über die Maßen Klischees bedient, statt eine differenzierte Sicht darzustellen.
Ich bin gespannt auf “Tuyas Hochzeit”, wieder ein chinesischer Film über die innere Mongolei. Ich würde mich freuen, wenn “Tuyas Hochzeit” mal ausnahmsweise eine annehmbare chinesische Produktion über die innere Mongolei wäre.
Am 4. Juni 2008 um 22:34 Uhr
@Daniel: Endlich mal jemand, der ausspricht, was ich schon lange argwöhnte…