Mongolei – Buddhismus, Schamanismus, Toleranz

Buddhistischer Tsam Maskentanz mit schamanischem HintergrundDie Mongolei ist wie so manche Regionen Zentral- und Nordasiens nach wie vor vom Schamanismus geprägt. Zwar musste die Religion des Schamanismus dem Buddhismus in der Mongolei zum Teil Platz machen, viele Elemente dieser Urreligion haben sich mit der neuen Religion vermischt und sich bis zum heutigen Tag erhalten.

Die Offenheit der Mongolen gegenüber anderen Religionen ist kennzeichnend. Sie fand einen Niederschlag in der Philosophie Dschingis Khans. Unter seiner Führung wurden alle Religionen geachtet. Er hatte in jeder Religion etwas gefunden, was für seine Ziele nützlich war. Den Weissagungen des Schamanen hat er aber sein ganzes Leben lang vertraut. In der von Dschingis Khan gegründeten Hauptstadt Karakorum gab es außer den Kultstätten für den Schaminismus islamische Moscheen, buddhistische Tempel und christliche Kirchen.

Sieht man von der Offenheit Dschingis Khans gegenüber verschiedenen Religionen einmal ab, so steht die Verbreitung einer Religion immer in Verbindung mit der Weltanschauung der jeweiligen Herrschaft eines Landes. Dadurch konnte auch der Buddhismus im 16. Jahrhundert ein zweites mal auf dem Gebiet der heutigen Mongolei und in der burjatischen Region nördlich des Landes Fuß fassen.

Der Buddhismus verband sich mit dem ursprünglichen Schamanismus. Die regionalen Geister und Gottheiten wurden in die Lehren und Praktiken des tibetischen Buddhismus integriert. Es gibt aber auch noch Gebiete in der Mongolei, wo reiner Schamanismus praktiziert wird.

Nach dem ersten buddhistischen Kloster Erdene Zuu, das 1586 entstand, folgten im ganzen Land viele Klöster. Ein großer Teil der Menschen in der Mongolei waren den Klöstern verpflichtet. Nach Beendigung der Mandschuherrschaft und infolge der Selbständigkeit der Mongolei wurde der Einfluss und die Macht der Klöster schließlich durch die revolutionäre Bewegung und die kommunistische Machtergreifung gebrochen.

In den 1930er Jahren kam es zu einer Liquidierung der meisten Klöster mit ihren Insassen. Während der verbleibenden kommunistischen Herrschaft wurde der religiöse Betrieb nur noch in dem Gandan-Kloster in Ulan Bator fortgeführt. Nach den 1990er Jahren, mit der Veränderung der politischen Verhältnisse in der Mongolei, erfahren der tibetische Buddhismus aber auch der Schamnismus ein Neubelebung.

An vielen Orten, wo früher buddhistische Klöster standen, entstehen wieder Tempel. Viele Wallfahrtsorte erlangen ihre Bedeutung zurück. Sie üben mit ihren sakralen Handlungen eine starke Anziehung auf viele Mongolen aber auch auf ausländische Touristen aus.

Ob in den Klöstern, an anderen heiligen Orten oder in der weiten Natur, die Mongolei bietet viel Raum für Meditation. Beeindruckend sind aber auch die Zeremonien in den Klöstern.Wohnte man ihnen einmal bei, bleiben diese unvergesslich.
Die medizinischen Heilpraktiken, die sowohl von den Lamas (buddhistische Mönche) der Klöster als auch von den Schamanen ausgeübt werden, lenken immer wieder das Interesse auf sich. Diese beruhen auf Erfahrungen, die über viele Generationen weiter gegeben wurden. Magische Kräfte aber auch die gro0e Zahl an Heilpflanzen, die es in der Mongolei gibt, sollen die Basis des Erfolges sein.

An dem spirituellen Leben und der Möglichkeit einer tiefen Meditation in Verbindung mit der Natur, besteht ein großes Interesse an der Mongolei. Ob man sich auf den Wegen zu den Wallfahrtsorten bewegt, eins der vielen Klöster besucht oder in der Stille der Natur eintaucht, eine Nachhaltigkeit dieser Erlebnisse ist gegeben.

Quelle: prcenter

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