Milliardenprojekt: Russen und Mongolen gründen Joint Venture

Lokomotiven der transsibirischen Eisenbahn. GNU-Lizenz für freie Dokumentation: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Transib_locomotive.jpgRussen und Mongolen haben ein Joint Venture zum Ausbau der mongolischen Verkehrsinfrastruktur und dem Abbau von Kohle-, Gold- und Kupferminen gegründet. Das Projekt wird auf einen Wert von 7 Mrd. USD geschätzt.

„Die Schaffung einer Infrastruktur zu den grundlegenden Lagerstätten der Mongolei erforderte eine komplexe Lösung. Wir haben das Thema mit unseren mongolischen Kollegen ein halbes Jahr lang erörtert und sind zu dem Schluss gekommen, ein Joint Venture zu gründen“, teilte der russische Bahn-Chef Wladimir Jakunin nach Abschluss der Verhandlungen mit.

Projekt mit höchster Priorität

Der Vertrag wurde im Beisein von Russlands Regierungschef Wladimir Putin und seinem mongolischen Amtskollegen Sandschaagiin Bajar in Ulan-Bator unterzeichnet. Das Joint Venture „Entwicklung der Infrastruktur“ GmbH gehört zu 50 Prozent der RZD und zu jeweils 25 Prozent den mongolischen Staatskonzernen „Mongolische Eisenbahn“ und „Erdenes MGL“. Das Grundkapital liegt bei etwa 1,3 Mio. Euro.

Die Aufgabe besteht einerseits in der Modernisierung des schon bestehenden, noch aus Sowjetzeiten stammenden Eisenbahnnetzes in der Mongolei, andererseits in der Verlegung neuer Eisenbahnstrecken zu den wichtigsten Lagerstätten des Landes.

Ertragreiche Minen in der Mongolei locken

Hier geht es in erster Linie um einen Anschluss zur Kohlemine Tawan-Tolgoi im Süden der Mongolei, 250 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Deren Vorräte werden auf fünf – sechs Mrd. t (900 Mio. t davon sind erkundet) geschätzt; etwa 40 Prozent davon bestehen aus Koks. Selbst bei den derzeit niedrigen Rohstoffpreisen ist die Lagerstätte über zwei Milliarden Dollar wert. Daneben wird auch über eine Strecke zur Kupfer- und Goldmine Ojuu-Tolgoi verhandelt.

Nach Angaben Jakunins hat das gesamte Infrastruktur-Projekt einen „Wert von etwa 7 Mrd. USD“. Die Kosten sollen sich durch die Beförderung zusätzlicher Güter und laut Pressemitteilung der RZD „der Beteiligung des Joint Ventures an der Erschließung der perspektivreichen Lagerstätten“ rentieren.

Als mögliche Partner bei der Minenerschließung hatten sich in der Vergangenheit die russischen Stahlmilliardäre Alexej Mordaschow (Severstal), Oleg Deripaska und Viktor Wechselberg (beide RusAl) angeboten.

Quelle: André Ballin, Russland-Aktuell

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Eine Reaktion zu “Milliardenprojekt: Russen und Mongolen gründen Joint Venture”

  1. Daniel

    Es ist schön, wenn die Mongolei wirtschaftlich Fortschritte macht. Nur, nachhaltig sollte die Entwicklung sein. Und die Mongolei unabhängiger von ihren großen Nachbarn Russland und China machen. Und die Gesundheit der Menschen und die Natur nicht gefährden.

    Die Staatsfinanzen der Mongolei und die Privatfinanzen der Regierungsmitglieder scheinen immer mehr vom Verkauf von Bergbaukonzessionen abzuhängen. Das Ganze macht immer wieder den Eindruck eines gigantischen, fast schon hektischen Ausverkaufs der natürlichen Ressourcen dieses bis dato noch unberührtesten Landes der Welt.

    Wir haben große Hoffnungen für die Mongolei und wir machen uns Sorgen um die Mongolei.

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