Geschichtsklitterung im Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk

Sven Hedin, Ölgemälde von Carl Emil Österman, 1923. Quelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5c/Sven_Hedin_by_Carl_Emil_%C3%96sterman_1923.jpgGeschrieben von Kuddel am Sonntag, 29. März 2009

Sven Hedin arbeitete in den 1920er Jahren als Asien-Forscher für die schwedische Regierung. Sein Wissen über die asiatischen Regionen stellte er aber auch Adolf Hitler und Nazi-Deutschland zur Verfügung. Nach dem Untergang des dritten Reiches bemächtigten sich die USA seiner Erkenntnisse und verwenden sie bis heute – im Afghanistan-Krieg.

Sven Hedin – der frühe Reichswehr- und Nazi-Spion wurde in 3SAT gefeiert
von Hartmut Barth Engelbart

Durch Gobi und Taklamakan (Teil 3 der Reihe “Söhne der Wüste”)

Immerhin wurde im Bericht klargestellt, dass seine “Forschungsreisen durch die Mongolei und Südwest-China nicht von der Lufthansa sondern vom Außenamt finanziert wurden, was der völligen “Geheimhaltung” unterlag – aber schon wie Sven Hedin im 3. Reich als Forscher-Held gefeiert wurde, hätte jede(n) aufmerksam machen können.

Auch sein Forschungsergebnis, dass die mongolische Wüste von Westen her europäisch besiedelt wurde, spricht Bände. Zur gleichen Zeit wie Sven Hedin und auch schon früher waren auch Herr Contzen und Herr Heinrich Harrer im Auftrag des Kaiser-Wilhelm-Institutes und später der Rasseforschungsabteilung des SS-Hauptamtes in der Mongolei, in China und seiner Südwest-Provinzen u.a. in Tibet unterwegs.

In der Reihe “Söhne der Wüste” bei 3Sat werden Contzen mit seinem NS-Auftrag und Heinrich Harrer, der damals seine Freundschaft mit dem Dalai Lama noch unter NS-Oberbefehl begründete, mit keinem Wort erwähnt.

Dass jetzt deutsche “Forschungs-Karawanen” mit Topp-Ausrüstung in HighTec in der Mongolei operieren wird bei 3Sat nicht direkt erläutert, aber im Zusammenhang mit Sven Hedins Kartographie erwähnt. Im Beitrag kommt ein Wissenschaftler zu Wort, der die AA-Akte Sven Hedin ausgegraben hat und auch bestätigt, dass US-Bomber sich an Karten aus der Feder Sven Hedins bei der Bombardierung Afghanistans orientiert haben.

Sven Hedin hat bei seiner “archäologischen Forschung” Höhlensysteme, Oasen, Flussläufe, Unterschlupfe etc. kartiert und erforscht. Nach seinen Aufzeichnungen sollte die Reichswehr Stützpunkte zum Aufbau einer innerasiatischen Front gegen den britischen Einfluss, gegen britische Kolonialstützpunkte und Gebiete aufbauen und die Rohstoffressourcen erkunden …  in Abstimmung mit dem faschistischen Japan.

Dass Contzen heute immer noch & wieder gefeiert wird, hatte ich bei einer Ausstellung im Main-Kinzig-Kreis öffentlich angegriffen. Der Honorar-Konsul der Mongolei in Frankfurt, der FDP-Spitzen-Mann Dirk Pfeil, versuchte zwar in seiner Eröffnungsrede, die deutschen Forschungsreisen in die heutige Mongolei “wissenschaftlich” zu verbrämen, musste aber nach lauten Zwischenrufen und Gegenredebeiträgen zumindest eingestehen, dass es (auch) jetzt um Rohstoffprospektion und geostrategische Interessen ginge und nicht nur um Archäologie und Ökologie und Gewässerschutz und Artenschutz …

Gut, dass Südafrika den Freund der Nazis aus dem indischen Exil nicht eingeladen hat. bzw. ihm das Visum verweigert.

(C) HaBE

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