Flora in der Mongolei

Pflanzen am Naiman NuurDie Lage der Mongolei, die unterschiedlichen Landschaftsformen, das Klima und die zum Teil noch große Abgelegenheit mit ihrer dünnen Besiedlung bieten der Vegetation besondere Bedingungen. Weite Steppengebiete, die schon seit Jahrhunderten beweidet werden, haben ihre spezifische Pflanzenwelt.

Häufig trifft man noch solche Vorstellungen an, dass die Mongolei nur ein Land mit einer ausgedörrten Hügellandschaft ist. Dass das aber nicht so ist, können alle bestätigen, die das Land schon einmal besuchten. Bereits wenn man in der Hauptstadt Ulan Bator angekommen ist, kann man erkennen, dass die umliegenden Berge auf ihrer Nordseite bewaldet sind aber in südlicher Richtung einen Steppencharakter aufweisen.

Einen Besuch des nahegelegenen Bergmassivs des Bogd Uul zeigt die Bewaldung, wie man sie auch in der Taiga vorfindet. Neben einer Vielzahl von Tieren ist in diesem Gebiet aber auch die Flora sehr abwechslungsreich.

Hat man den Bogd Uul bestiegen und steigt in Richtung Suumod ab, gelangt man über felsige Abschnitte in ein liebliches Tal mit lichtem Baumbestand und Wiesen. Hier überrascht eine Vielfalt an Pflanzen. Es ist ein Paradies für Botaniker.

Auf so einer Tour kann man schnell erkennen, wie abwechslungsreich die Natur in so einem relativ engen Raum sein kann. Natürlich gibt es großräumig zusammenhängende Gebiete mit Wäldern, weiten Steppen, Halbwüsten und Wüsten. Die Gebirgsketten im Norden mit ihrem relativ hohen Niederschlag im Sommer zeigen eine andere Vegetation als die Gebirgsketten im Süden, die in den trockenen Regionen der Mongolei liegen.

Aber auch dort, wo die Vegetation nicht so üppig ist, ist es interessant, was für Pflanzen in diesen Gegenden wachsen, wie sie sich diesen harten Bedingungen angepasst haben.

Trotz der kurzen Vegetationsphase in der Mongolei bietet die Pflanzenwelt eine große Artenvielfalt. Nach einem langen, kalten Winter, der Dauerfrost kann vom Oktober bis Mai anhalten, erwacht dann schlagartig die Flora. Einen Frühling, wie wir ihn in Mitteleuropa kennen, fehlt in der Mongolei.

In nur wenigen Wochen verwandelt sich die gerade noch hart gefrorene Steppe in eine farbenfrohe, blühende Landschaft. Der Juni ist der Monat eines explosionsartigen Aufbruchs. Zwar sind die Sommermonate die niederschlagreichsten im Jahr, die unbarmherzige Sonne bremst aber bereits im Juli diese Üppigkeit in den Weiten der Steppe.

Einen Kontrast, der auch wesentliche Auswirkungen auf die Vegetation hat, sind einmal die zum Teil kargen Böden der Steppe gegenüber den fruchtbaren und feuchten Flusstälern. Auch die verschiedenen Seenlandschaften haben ihre spezifische Vegetation. So ist der Chuvsgul – See im Norden des Landes, der von einer Taigalandschaft umgeben ist.

Er steht im Gegensatz zu den Seen im Westen. Ob es der Uvs – See, der Chyargas – See oder der Char Us – See ist, jeder der Seen in der Senke des Seentales weist seine Besonderheiten auf. Die flachen Wasserstände, der hohe Salzgehalt und die Deltalandschaften der einmündenden Flüsse bieten auch hier Bedingungen für ganz unterschiedliche Pflanzengesellschaften. Die unterschiedlichen Pflanzengesellschaften sind aber auch gleichzeitig der Grund für eine sehr abwechslungsreiche Fauna.

Die großen klimatischen Unterschiede, die unterschiedlichen Landschaften, die verschiedenen Böden tragen dazu bei, dass in der Mongolei 2.500 bekannte Pflanzenarten gezählt werden. Eine große Anzahl dieser Pflanzenarten, die mit 400 angegeben werden, dienen als Heilpflanzen. Die Extrembedingungen in diesem Land und möglicherweise auch die UV-Einstrahlung verleihen diesen Pflanzen eine ganz besondere Kraft.

Alte Heilpraktiken nutzten diese Besonderheiten schon seit langer Zeit. Aber auch in der modernen pharmazeutischen Industrie finden viele Pflanzen der Mongolei eine Verwendung.

Ein botanisch interessierter Tourist findet in allen Regionen der Mongolei ein reiches Betätigungsfeld. Bei seiner Reise wird er aber nicht nur der Pflanzenwelt begegnen. Er wird Menschen treffen, die durch ihre über Jahrhunderte gelebte nomadische Viehwirtschaft eine innige Verbindung zur Natur haben.

Schamanen und die Gelehrten der buddhistischen Klöster wussten schon seit vielen Jahrhunderten die heilenden Kräfte der Pflanzen zu nutzen. So genießen auch heute noch die Heilpraktiken der Schamanen und in den Klöstern ein großes Ansehen.

Quelle: openpr

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