Die Geografie der Mongolei
Die Mongolei ist ein sehr dünn besiedeltes Land mit Steppen-, Hochgebirgs- und Wüstenanteilen. Sie besitzt den am südlichsten gelegenen Permafrostboden und mit der Gobi die am nördlichsten gelegene Wüste. Nur etwa 10 % der Landesfläche sind bewaldet, vorwiegend in den Gebirgen des Nordens und Westens, und weniger als 1 % ist für den Ackerbau nutzbar.
Mit 1.564.116 km² Fläche ist die Mongolei die Nr. 18 unter den 193 Staaten der Erde. Von allen unabhängigen Staaten der Welt ist die Mongolei das Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte.
Etwa ein Drittel der mongolischen Staatsfläche wird von Hochgebirgen eingenommen, vor allem im Norden, Osten und Südosten. Den Süden und Osten dominieren trockene Hochebenen, so dass die mittlere Landeshöhe bei etwa 1.500 m über dem Meeresspiegel liegt.
Im äußersten Westen, an der Grenze zur chinesischen Provinz Sinkiang, erreichen zwei Gipfel des Altai fast 4.400 Meter. Von dort ziehen die 3.000 bis 4.000 m hohen Gebirgsketten Mongolischer Altai und Gobi-Altai 2.000 km nach Ostsüdost bis zum Mongolischen Plateau an der Grenze zu China. Im Landeszentrum liegt das Khangai-Gebirge mit zahlreichen 3.000ern, dessen Nordflanke bereits zum sibirischen Baikalsee entwässert, und östlich davon die Region um die Hauptstadt Ulan Bator (1.350m Meereshöhe).
Den Norden durchziehen die wasserreichen Flüsse der Selenga und ihrer großen Nebenflüsse Ider, Orkhon und Tola. Den Osten, wo sich vier große hochgelegene Seen befinden, durchfließen der Kobdo und der Binnenfluss Dzabhan, den Westen der zum Amur-System gehörige Kerulen (Cherlen). Im Süden und Osten breiten sich trockene Steppen und die Wüste Gobi aus.
Die größten Städte der Mongolei sind die Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator) mit etwa 700.000 bis 900.000 Einwohnern (ungefähr 1/3 der Bevölkerung), Erdenet mit ca. 80.000 Einwohnern, Darkhan mit ca. 72.000 Einwohnern und Tschoibalsan mit ungefähr 44.000 Einwohnern.
Die Lage im zentralasiatischen Hochland beschert der Mongolei eines der extremsten Klimate unter den kontinentalen und auch den ariden Klimaten der Welt. Aufgrund des trockenen, ausgeprägten Kontinentalklimas schwanken die Temperaturen im Laufe des Jahres sehr stark: Im Winter liegen die durchschnittlichen Tagestemperaturen bei -25°C, im Sommer bei +20°C, womit die Schwankungen zwei- bis dreimal größer sind als in Westeuropa. Der mittlere Jahresniederschlag erreicht 200 bis 220 Millimeter und nimmt von über 400 mm im Norden des Landes auf weniger als 100 mm im Süden der Wüste Gobi ab. Im Jahresgang fallen 80 bis 90 % der Niederschläge von Mai bis September. Auch die Temperaturdifferenzen zwischen Nacht und Tag sind ungewöhnlich hoch und erreichen bis zu 32 K. Die absolute Temperaturamplitude zwischen Sommer und Winter erreicht bis zu 100 K.
Die beste Reisezeit geht allgemein von Juni bis August.
Die Waldbestände sind seit den 1960er Jahren aufgrund des Bevölkerungswachstums durch Holzschlag und durch von Menschen verursachte Waldbrände deutlich reduziert worden. Im Sozialismus (1917 bis 1992) wurde eine nicht-nachhaltige Form der Landwirtschaft betrieben, die den Böden schadete. Nach der Wende kam die Gefahr der Überweidung durch die Kommerzialisierung der Kaschmirziegenzucht hinzu. Durch Überweidung, Landwirtschaft und Entwaldung sind zusammen fast 90 % der Fläche der Mongolei von Wüstenbildung bedroht.
In den Städten sind teils noch Kohlekraftwerke ohne Rauchgasreinigung in Betrieb, die eine Gesundheitsgefahr darstellen. Auch in den Jurtenquartieren wird vorwiegend mit Holz und Kohle geheizt und gekocht, was zur Luftbelastung beiträgt. Schließlich sind verhältnismäßig viele veraltete und schlecht gewartete Kraftfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß in Betrieb.
Kleine und große Heizkraftwerke sowjetischer Bauart verschmutzen zusammen mit Textil-, Leder- und Bergbaubetrieben unverhältnismäßig große Mengen an Wasser. Weniger als die Hälfte der Abwässer wird gereinigt, zudem meist mit veralteten Anlagen. Die Fließgewässer in der Nähe von größeren Siedlungen sind darum stark belastet, der Fluss Tuul bei Ulaanbaatar etwa enthält mehr als das Zehnfache der zulässigen Schadstoffe.
Die Abfallbewirtschaftung des Landes verfügt nur über eine unzureichende Infrastruktur. Auch in der Bevölkerung ist das Umweltbewusstsein bisher kaum entwickelt. Die traditionelle nomadische Lebensweise und die schamanistische bzw. buddhistische Weltanschauung sorgten dafür, dass ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge nicht notwendig war. Die rasante Verwestlichung und Industrialisierung lassen ungelöste Umweltfragen immer brisanter werden. Offizielle und wilde Deponien stellen ein Umweltrisiko dar, zusammen mit dem häufig in die Natur geworfenen Abfall, der auch eine wachsende Zahl von Reisezielen für den Tourismus unattraktiv zu machen beginnt.
Kupfer- und Kohlevorkommen werden bisher vorwiegend im Tagebau abgebaut. Dies führt zu großräumigen Veränderungen der Landschaft mit verheerenden Folgen für Flora und Fauna. Abraumhalden und Abwässer der Aufbereitungsanlagen weisen einen erhöhten Gehalt an Schwermetallen auf. Eine zusätzliche Gefährdung wird auch von dem geplanten Abbau von Kupfer und Gold in der Wüste Gobi erwartet. Durch das Goldschürfen trocknete bereits der Fluss Ongi aus[2]. Neuerdings ins Auge gefasste Uranförderungen dürften die Umweltprobleme in der Mongolei künftig noch einmal erheblich verschärfen.
Quellen:
mongol-tour.de
de.wikipedia.org