Deutsche Telemedizin in der Mongolei
(openPR) – Eine deutsche Firma rüstet Krankenhäuser in der Mongolei mit Telemedizinischer Hard- und Software aus.
Lesen Sie hier Auszüge aus einer Pressemitteilung der Klughammer GmbH:
Laut WHO gehört die Mongolei zu den „low income countries“, mit einem durchschnittlichen Prokopf-Einkommen von 590 $ pro Jahr. Es erstaunt daher kaum, dass die medizinische Versorgung deutlich schlechter ist als in der westlichen Welt. In der Hauptstadt gibt es zwar mehrere große Krankenhäuser, aber auf dem Land stehen nur wenige Krankenstationen zur Behandlung einfacherer Erkrankungen zur Verfügung.
Dort gibt es teilweise keine Ärzte. Diagnostische Geräte zur Erkennung schwererer Erkrankungen wie Tumore oder Entzündungen fehlen meistens. Deshalb sterben auf dem Lande viele Menschen an Krebs oder Tuberkulose. Die Landstraßen sind selten geteert und schlecht ausgebaut, so dass es sehr lange dauert, bis ein Patient vom Land in eine Klinik in der Hauptstadt gelangt. Außerdem sind die Kosten einer solchen Reise für einen Nomaden fast unerschwinglich.
Die Firma Klughammer aus Markt Indersdorf hat zusammen mit Professor Dr. med. Dr. h.c. Martin Oberholzer der Universität Basel eine Telemedizin Software entwickelt, die es ermöglicht Bilder, Labordaten und Text aus verschiedenen Disziplinen (Pathologie, Chirurgie, Orthopädie etc.) einfach und schnell auf einer zentralen Datenbank abzuspeichern. Weltweit können Spezialisten diese Unterlagen begutachten und innerhalb kurzer Zeit therapeutische Ratschläge erteilen. Wenn nötig, kann das auch während einer Operation geschehen.
Auf diese Möglichkeit der Diagnoseerstellung aus der Ferne wurde vor einem Jahr das Swiss Surgical Team (SST) in der Schweiz aufmerksam. Der Leiter dieses Teams, Herr Dr. Beat Kehrer fährt bereits seit 11 Jahren, jährlich mit ca. 20 Ärzten in die Mongolei um dort vor Ort praktische Entwicklungshilfe zu leisten. Hauptsächlich Chirurgen, Anästhesisten und Gynäkologen operieren zusammen mit ihren mongolischen Kollegen und unterrichten Ärzte in der Mongolei. Die Ärzte des SST arbeiten unentgeltlich während ihres Urlaubes.
Auf Grund der langjährigen Erfahrung in der Mongolei erkannte das SST schnell das Potential von Campus Medicus. Diese Plattform ist nicht nur für die Unterstützung der Ärzte auf dem Land durch die Zentrumsspitäler in Ulanbaatar zur diagnostischen Unterstützung und Lehre äußerst hilfreich, sondern auch für die Ärzte in diesen Zentrumsspitälern, die damit Diskussionen und Erfahrungsaustausch mit internationalen Spezialisten über das Internet praktizieren können.
Das SST kooperiert in der Mongolei mit der UN und der WHO. Diese Institutionen legen auch großen Wert auf statistische Erfassung von Krankheitsursachen, Erkrankungen, deren Behandlungen und Behandlungsverläufen, um damit die Entwicklung innerhalb des Landes zu erfassen und zu verfolgen (epidemiologische Auswertung).
Das mongolische Gesundheitsministerium und das SST einigten sich darauf, mit der Installation der Hard- und Software im Juni 2009 in der Mongolei zu starten. Die Hardware wurde von Markt Indersdorf nach Berlin und von dort nach Ulaanbaatar per Flugzeug geschickt.
In den nächsten drei Jahren werden alle staatlichen Krankenhäuser in der Mongolei mit Telemedizinsystemen ausgerüstet werden. Ende Mai 2009 fuhr der Softwareentwickler der Firma Klughammer zusammen mit 24 Schweizer Ärzten in die Mongolei, um die mongolischen und Schweizer Ärzte in Ulaanbaatar und in der Region Dornod nahe der chinesischen Grenze in Campus Medicus einzuweisen.
In der Region Dornod kommen speziell Ärzte aus entlegenen Gegenden zusammen, um von Herrn Elias Klughammer in die Handhabung der Software eingewiesen zu werden. Da in den ländlichen Gegenden die englische Sprache nicht von allen Ärzten beherrscht wird, steht die Oberfläche der Campus Medicus Software in mongolischer Sprache mit kyrillischen Schriftzeichen zur Verfügung.
Ziel des SST Telemedizin Projektes in der Mongolei ist es, die mongolischen Ärzte solange zu begleiten, bis sie selbstständig die Hard- und Software einsetzen können. Die mongolischen Menschen sind stolz und ehrgeizig. Sie werden in wenigen Jahren dieses Ziel erreichen.
Quelle: Pressemitteilung der Firma Klughammer GmbH auf openpr.de
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