Christian Moesenbichler über Ulan Bator

Ulan Bator 2009(Text von Christian Moesenbichler) Ich war gerade dabei den ehemaligen Wohnsitz des Präsidenten zu fotografieren, der während der Unruhen vor etwas mehr als einem Jahr von den Demonstranten in Brand gesteckt wurde, als mich ein Mann ansprach. Auf Englisch wollte er wissen von wo ich komme uns warum ich dieses Gebäude fotografiere.

Ich hab ihm erklärt, es sein wichtig nicht zu fokussieren und auch unschöne Dinge zu zeigen, weil man sonst die Realität verzerrt. Ich habe versucht den Schwall an Fragen mit Gegenfragen zu unterbinden. Nach einigem hin und her haben wir uns darauf geeinigt, dass er mich auf einen Kaffee im noblen Hotel nebenan einlädt und wir dort in Ruhe Fragen und Antworten austauschen.

In der Zeit die man fuer eine Tasse Kaffee braucht stellte sich heraus, dass er einer der reichen Mongolen ist. Reich geworden durch den Handel mit Rohstoffen. Mit russischem Holz fuer China und mit mongolischer Kohle, ebenfalls für den Drachen. Ich hab ihn gefragt, was er über die Mongolei gerne lesen würde, wenn er in Europa wäre und ein Buch über die Mongolei finden würde.

Drauf erklärte er mir (zusammengefasst mit meinen Worten), es sei besser, die Armut auszublenden und all die Jurten/Slums rund um die Stadt unter den Teppich zu kehren. Er meinte man sollte nur die modernen Gebäude zeigen und die wundervolle Natur, wäre besser fürs Geschäft und den Tourismus, wie recht er doch hat, gut fuer seinen dicken Geldbeutel. Er meine außerdem, und beharrte darauf es 2 Mal ganz deutlich zu sagen, dass sich die Geschichte immer wiederholt und der Tag kommen werde, an dem die Mongolen, wie unter Dschingis Khan, wieder große Teile der Welt beherrschen werden. Außerdem werden die Mongolen, vom chinesischen Feind mit billigem Essen vergiftet. Der Mongole hatte gesprochen, der Kaffee war ausgetrunken.

Ulaanbaatar, ja die ganze Mongolei, ist nicht leicht in Worte zu fassen. Von diesem Gesichtspunkt aus wäre es sicher leichter auszublenden, als den Versuch die Realität zu beschreiben anzugehen. Ulaanbaatar ist sicher eine Stadt die in vielerlei Hinsicht aus dem Rahmen fällt.

Quelle: Lesen Sie den ganzen Originalartikel von Christian Moesenbichler.

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