China verklagt Rio Tinto Mitarbeiter

Peking macht Druck auf Rio Tinto. Vier bereits im Juli 2009 festgenommene Mitarbeiter des Bergbaukonzerns werden angeklagt.

n-tv meldet, dass wegen des Vorwurfs der Bestechung und des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen China vier Mitarbeiter des australischen Bergbaukonzerns Rio Tinto offiziell angeklagt habe. Bei einem Schuldspruch drohten den Angeklagten insgesamt bis zu 27 Jahre Haft, habe einer ihrer Anwälte gesagt.

Zu den Angeklagten gehöre nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua auch der Australier Stern Hu, der die Verhandlungen Rio Tintos um Eisenerz-Preise in der Volksrepublik führe. Die Mitarbeiter seien im Juli festgenommen worden und säßen seitdem in Haft, berichtet n-tv. Rio Tinto habe die Vorwürfe gegen seine Mitarbeiter in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

Die Kontroverse führe zu Verstimmungen zwischen Australien und China. Die Volksrepublik sei Australiens wichtigster Handelspartner. Auch bei anderen ausländischen Firmen sei wegen des Verfahrens die Furcht vor Problemen mit den Justizbehörden in China aufgekommen.

China werfe Rio Tinto vor, über sechs Jahre Industriespionage betrieben zu haben, so n-tv weiter. Die Nationale Behörde zum Schutz von Staatsgeheimnissen habe erklärt, die Daten über den chinesischen Stahlsektor auf beschlagnahmten Rio-Tinto-Computern zeigten den massiven Schaden, der entstanden sei.

So hätten chinesische Stahlhersteller 700 Milliarden Yuan (etwa 72 Milliarden Euro) zuviel für Eisenerz bezahlen müssen. Wie sich die Summe berechnete, sei nicht mitgeteilt worden, so n-tv. China habe vier Mitarbeiter von Rio unter dem Vorwurf festgenommen, sie hätten sich Zugang zu Staatsgeheimnissen über die Eisenerz-Verhandlungen verschafft.

Quellen:
n-tv
Wikipedia
www.crikey.com
www.wotnews.com
www.riotinto.com

Die Politik und die Justiz Chinas mag man aus westlicher Sicht für ausgesprochen kritikwürdig halten. Sollten sich aber die Vorwürfe der Industriespionage in großem Stile als fundiert herausstellen, erscheinen diese Vorgänge in einem anderen Licht. Dann würde sich wieder einmal bewahrheiten, dass Rio Tinto auf regelmäßiger Basis unsaubere Geschäfte betreibt.

Rio Tinto war bislang schon für zahlreiche große Skandale verantwortlich, wie auch auf diesem Blog schon berichtet wurde. Rio Tinto gehört mit Ivanhoe Mines zum Firmenkomplex um den skandalumwitterten Geschäftsmann und verurteilten Drogenhändler Robert Friedland.

Robert Friedland betreibt auch in der Mongolei ein riesiges Bergbauprojekt, das von nationaler Bedeutung für die Mongolei ist.

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