Asashoryu Akinori tritt zurück
Asashoryu Akinori ist der Superstar des Sumosports. Nur zwei Kämpfer haben mehr Turniere als der 29-Jährige gewonnen. Asashoryu ist einer von nur zwei aktiven Großmeistern (Yokozuna). Gestern erklärte er seinen Rücktritt.
Der 29-jährige aus der Mongolei stammende 25-malige Sieger großer Turniere zog damit die Konsequenz aus einem Handgemenge vor einem Nachtclub in Tokio nach einer durchzechten Nacht Mitte Januar. Der 1,84 m große und über 150 kg schwere Asashoryu soll dabei einem Mann die Nase gebrochen haben.
Laut seinem Management sei Asashoryu am 16. Januar zu betrunken gewesen, um sich genau an den Vorfall erinnern zu können. “Ich habe allen große Probleme bereitet. Ich übernehme die Verantwortung und trete zurück”, sagte der Sumotori. “Ich danke allen, die an einen kleinen Buben aus den Ebenen der Mongolei glaubten und ihn unterstützten.”
Der Superstar der traditionsreichen und von äußerst strikten Verhaltensregeln außerhalb des Ringes geprägten Sportart hatte bereits mehrmals für Skandale gesorgt. Er riss Kontrahenten an den Haaren, geriet mit ihnen auch in den Umkleidekabinen aneinander. 2003 ließ er sich in einem westlichen Anzug ablichten, obwohl den Sumotori das Tragen von traditioneller japanischer Kleidung vorgeschrieben ist.
2007 zog er den Zorn vieler Japaner auf sich, als er angeblich verletzungsbedingt pausierte, jedoch statt an einem Turnier teilzunehmen, beim Fußballspielen in seiner mongolischen Heimat gefilmt wurde. Es folgte die Suspendierung Asashoryus, der dadurch wegen Depressionen behandelt werden musste. Erst 2008 wurde die Sperre wieder aufgehoben.
Dennoch versetzte der Rücktritt Asashoryus ganz Japan in helle Aufregung. Sein Karriereende beherrschte die Schlagzeilen und Nachrichten. “Es bricht den Fans das Herz, dass er unter diesen Umständen zurücktritt, und ich bin enttäuscht”, sagte etwa Premierminister Yukio Hatoyama.
Die Popularität des Sumosports ist in Japan seit Jahren im Sinken, seit nach Ansicht der traditionellen Sumokräfte zu viele ausländische Kämpfer involviert sind. Junge Japaner meiden hingegen in immer größerem Ausmaß die harten Anforderungen aus strengen Verhaltensregeln und erschöpfenden Trainings.
Nur zwei Sumotori gewannen in ihrer Karriere mehr Turniere als Asashoryu. Dennoch wurde der Mongole nie den hohen Standards, die an ihn auf menschlicher Ebene gestellt wurden, gerecht. “Jeder spricht immer über Würde, aber wenn ich in den Ring gestiegen bin, war ich wild wie der Teufel”, so der 29-jährige Vater zweier Kinder.
In Erinnerung bleibt dem Mongolen vor allem jener Kampf, in dem er Großmeister Musashimaru besiegte. Es war außerdem das erste Turnier, das seine aus der Mongolei angereisten Eltern gesehen hatten. “Das war mein größter Moment”, erklärte Asashoryu am Donnerstag auf einer Pressekonferenz unter Tränen. “Ich stand immer unter großen Stress, ich will jetzt nur meine Ruhe haben.”
Quelle: ORF
Tags: Asashoryu Akinori, Großmeister, Japan, Kämpfer, Mongole, Mongolei, Rücktritt, Sumo, Yokozuna