14.000 Mongolen kämpfen ums Überleben
In der Mongolei bedeutet extreme Kälte nicht, den Heizungsregler höher zu drehen. Der härteste Winter seit 30 Jahren hat 14.000 mongolischen Nomaden die Existenzgrundlage geraubt: Ihre Herden verenden. Das Rote Kreuz fordert Hilfe von der UNO.
So kalt war es in der Mongolei seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Die extreme Kälte und der heftige Schneefall haben die dortigen Nomaden in große Not gebracht. Daher rufen die weltweiten Rot-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften die internationale Gemeinschaft zur Soforthilfe in Höhe von über 650.000 Euro auf.
Bei Temperaturen von -40°C und -50°C kamen Ziegen, Schafe, Kamele und Pferde der Nomaden ums Leben. Damit verloren fast 14.000 Menschen ihre Existenzgrundlage. Nach den Angaben der Hilfsorganisationen sind seit Dezember 4,5 Millionen Tiere eingegangen, fast zehn Prozent des Herdenbestandes. Vor allem sehr junge Tiere halten die extremen Witterungsbedingungen nicht aus.
Für das Geld sollten Lebensmittel für Nomaden gekauft werden. Geplant sei eine Hilfsaktion für 3.400 Nomaden-Familien, die fast alle ihre Tiere und damit praktisch ihre Existenz verloren hätten. “Wir haben es nicht nur mit einem dringenden Notfall zu tun. Es geht auch darum, die Leute wieder dahin zu bringen, dass sie ihre Zukunft meistern können”, sagte der für Asien zuständige Koordinator des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Daniel Bolanos Gonzales. Wer seine Herde verliere, rutsche in bittere Armut ab.
Quelle: news.de
Auf den Seiten des Deutschen Roten Kreuzes (www.drk.de) und des Internationalen Roten Kreuzes (www.icrc.org) konnte ich allerdings keine Nachrichten oder Aufrufe bezüglich der Mongolei finden, die sich auf das Jahr 2010 beziehen.
Ohne die Notlage und das Leid der besonders betroffenen Familien kleinreden zu wollen: Eine Verkleinerung der Herden im Laufe des Winters um ca. 10 % ist bei den Nomadenin der Mongolei nicht so außergewöhnlich. Das verkraften die Nomaden un dihre Herden normalerweise ganz gut. Dafür werden die Herden in guten Jahren möglichst stark vergrößert.
Tragisch wird es besonders dann, wenn es bestimmte Familien besonders hart trifft: Wenn manche Familien so viel Vieh verlieren, dass ihnen die Lebensgrundlage entzogen wird, ist Hilfe für einen Wiedereinstieg in die autarke nomadische Lebens- und Wirtschaftsweise sehr sinnvoll. Der obige Artikel legt nahe, dass in der Mongolei derzeit Tausende Menschen in einer solchen existenziellen Klemme stecken.
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